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Kränkelndes Haus auf Weg der Genesung

Kränkelndes Haus auf Weg der Genesung

Geisenfeld (GZ) Die Ilmtalklinik ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf einem guten Weg. „Wir schaffen es gemeinsam“, so das Credo von Geschäftsführer Marcel John mit Blick auf Verbundpartner und Kommunalpolitik bei einem Infoabend der Freien Wähler in Geisenfeld.

 

Klinikleitung und Kommunalpolitik wollen gemeinsam die Ilmtalklinik „auf Kurs“ bringen – in diesem Sinne hatte der Handschlag zwischen Geschäftsführer Marcel John (links) und dem Sprecher der Freien Wähler im Kreis, Max Hechinger, Symbolkraft – Foto: Zurek

 

„Unser Krankenhaus“ war die Einladung überschrieben – für John ein „toller Titel“, beinhalte er doch ein „Bekenntnis zur kommunalen Trägerschaft“ mit dem Ziel einer „wohnortnahen Patientenversorgung“. Was Max Hechinger im Namen des Kreisverbandes vor den rund 50 Zuhörern im Geisenfelder Hof gerne bestätigte. Unter den Gästen befanden sich auch Landrat Martin Wolf (CSU), Bürgermeister Christian Staudter (USB), deren Stellvertreter und etliche weitere Stadt- und Kreisräte. Er freue sich, dass das Krankenhaus derzeit „sehr positiv im Fokus steht“, so Hechinger, der John „und seiner Mannschaft“ attestierte, die Weichen eines kränkelnden Hauses in nur einem Jahr „auf Genesung“ gestellt zu haben.

 

Auf die Frage, ob die Klinik eine Überlebenschance habe, könne man inzwischen eine positive Antwort geben, betonte auch Wolf. Allerdings werde man allein mit politischen Forderungen „keinen Erfolg“ haben. Welche anderen Wege man einschlagen will, erläuterte der Geschäftsführer der Klinik. Seinen Ausführungen stellte er einen Hinweis auf die aktuelle Situation in Deutschland voraus, wonach dessen Ausgaben im Gesundheitssektor im Vergleich der OECD-Länder überdurchschnittlich hoch sind. Ein Grund dafür: Mit 8,3 Klinikbetten pro 1000 Einwohner und entsprechend hohen Leerständen ist man Spitzenreiter im Vergleichsraum.

Gesetzliche Reformen wie die Einführung von Fallpauschalen und Mehrleistungsabschlägen sollen wirtschaftliche Anreize zur Reduktion von Betten und zur Verkürzung der Verweildauer im Krankenhaus schaffen. Wobei Letzteres aus Sicht des Referenten durchaus auch medizinisch sinnvoll ist. Ein Entwurf zum Krankenhaus-Strukturgesetz halte weitere Vorgaben bereit, die vor allem kleinere Häuser wirtschaftlich „unter Druck“ setzen könnten, befürchtete der Klinikleiter. Da trotz alledem rund 45 Prozent der Krankenhäuser (allen voran die privaten) in Deutschland Gewinne erwirtschaften, werde zur Finanzierung wohl „nicht deutlich mehr Geld ins System fließen“, sagte John voraus.

Die Strategie der Ilmtalklinik setze daher im Sinne höherer Wirtschaftlichkeit auf den Verbundgedanken. Für die Häuser in Mainburg und Pfaffenhofen gehe man den Weg „hin zu einem Krankenhaus“, in dem Direktorium und  medizinische Leitung häuserübergreifend organisiert sind. Im Rahmen der Klinikallianz Mittelbayern arbeite man zusätzlich bereits mit den Häusern in Eichstätt und Kösching zusammen.

Fundament der „Agenda 2020“ sei eine breite Basisversorgung mit Notfallambulanz. In ausgewählten Bereichen sollen zusätzlich Leistungsschwerpunkte von überregionaler Bedeutung entstehen – etwa der Aufbau einer akutgeriatrischen Kompetenz mit Einrichtung eines palliativ-medizinischen Dienstes.

Dank bereits realisierter Neuerungen ist das Vertrauen der Bürger wieder gestiegen, die Defizite sind gesunken (PK berichtete). Noch ist eine vollständige Gesundung allerdings – um im Bild Hechingers zu bleiben – nicht erreicht. Man sei daher offen für konstruktive Anregungen, ermutigten Landrat wie Geschäftsführer zu kritischen Beiträgen. Bedenken hinsichtlich des Klinikverbunds entkräftete John. Aufgrund der unterschiedlichen Einzugsbereiche ergebe sich keine Konkurrenz, zudem finde zwischen den Gesellschaften kein Defizitausgleich statt. Voraussetzung der Zusammenarbeit sei aber ein „Vertrauen“, das Transparenz auch in puncto Finanzen zulasse.

Angesprochen wurden am Dienstag zudem die Parkplatzsituation, eine bessere ÖPNV-Anbindung nördlicher Gemeinden an das Kreiskrankenhaus und das Fehlen eines Rheumatologen im Landkreis. Sofern diese Themen nicht bereits in Arbeit sind, sagten die Verantwortlichen zu, sich der Sache annehmen zu wollen. Von Maggie Zurek

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